Pflanzen reinigen Abwässer

Pflanzen können heute und in Zukunft positive Beiträge zu unserem Leben leisten. Die Verarbeitung von Abwasser, welches die Aufgabe einer ‚lebenden Maschine' ist, repräsentiert nur eine Aufgabe, bei der Pflanzen hilfreich sein können, aber es ist eine wichtige Aufgabe, da sie dazu beiträgt, die Belastung unserer Umwelt zu reduzieren und das Wasser für das Recycling vorzubereiten.

Im Wurzelsystem der Pflanzen lebende Mikroben entziehen dem Abwasser die Chemikalien und benutzen sie, um damit die Wurzeln der Pflanzen zu ernähren. Auf diese Weise wird Abwasser natürlich verarbeitet. Das gereinigte Wasser, das als vorgeklärtes Wasser bezeichnet wird, kann dann als Gießwasser für Pflanzen oder in der Toilettenspülung verwendet werden.


Industrieabfall
Die Kosmetikfabrik Watersmead in Littlehampton leitet das vorgeklärte Wasser aus der ‚lebenden Maschine', die für das Recycling der industriellen Abwässer aus der Herstellung der Body Shop Produkte eingerichtet wurde, der Kläranlage zu.


Die ‚lebende Maschine' von Watersmead gilt weltweit als die erste Einrichtung dieser Art in einem Kosmetik-unternehmen. Sie wurde 1991 eingerichtet, um das Industrieabwasser, das bei der Herstellung der Kosmetika anfällt, zu verarbeiten.

Arbeitsweise
Die ‚lebende Maschine' in Littlehampton wurde den Body Shop Abwässern besonders angepasst. Das Öko-System, welches die Abwässer verarbeitet, ist in zwei identischen parallelen "Ketten" von acht Tanks in einem isolierten Gewächshaus untergebracht. Das Abwasser benötigt bis zu fünf Tagen, um das gesamte System zu durchlaufen.

Bevor das Abwasser in das Öko-System gelangt, fließt es durch einen Filtertank, in dem Partikel und Öle abgeschieden werden. Wenn es das System erreicht, wird es in die beiden Ketten zu Verarbeitung verteilt.

In den ersten beiden Tanks der Kette befinden sich natürliche Wasserbakterien in hoher Anzahl, welche die organischen Schadstoffe aufspalten, indem sie dazu den Kohlenstoff benutzen, der bei dem Vorgang der Reproduktion und Vermehrung ihrer eigenen Bio-Masse freigesetzt wird.

Wenn das Abwasser den dritten Tank erreicht, ist es sauber genug, um das Wachstum einiger robuster Wasserpflanzen zu ermöglichen. Durch die Mikro-Organismen, die in den Wurzeln dieser Pflanzen leben, werden die Schadstoffe in diesem Tank verarbeitet.

Im fünften Tank angelangt, ist das Wasser bereits so sauber, dass damit fünf oder sechs Pflanzensorten wachsen können, die den Reinigungsprozess durch die Mikro-Organismen in ihren Wurzeln fortsetzen.

Vier Tage später . . .
Nach ungefähr vier Tagen im System erreicht das Abwasser die letzte Abteilung des Reinigungsvorgangs. Bis zu diesem Punkt wurden fast alle der gelösten Schadstoffe aufgespaltet. Selbst in diesem Stadium ist das Abwasser noch trübe und bakterienbelastet, aber jetzt setzen sich die Partikel am Boden eines kleinen Klärtanks ab. Der bakterielle Klärschlamm wird stündlich automatisch entfernt; die Hälfte davon wird dem ersten Tank zum Recycling zugeführt, die andere Hälfte gelangt wieder in das Feinfiltersystem zur Verarbeitung.

Das Wasser kann jetzt abgelassen werden, doch bevor es die ‚lebende Maschine' verlässt, wird es einer weiteren halbtägigen Bio-Filtration in einem Spezialtank, dem ökologischen Fließbett, unterzogen. Hier durchläuft es mit hoher Fließgeschwindigkeit eine Säule aus aufbereiteter Hochofenschlacke, einem perfekten Lebensraum für bakterielle Schlämme, Algen, Würmer, Schnecken und Wasserflöhe, welche die verbliebenen feinen Partikel der bakteriellen Flocken restlos verarbeiten.

Wenn das Wasser schließlich in die Kläranlage abfließt, enthält es weniger als 1/4 von 1 % seiner ursprünglichen Schadstoffe und weniger als 1 % seines ursprünglichen Gehalts an Reinigungsmitteln.

Zurück zu unseren Wurzeln
Angesichts der wachsenden Bedenken verschiedener anerkannter Organisationen und der Geschwindigkeit, mit der wir natürliche Ressourcen vernichten, überrascht es nicht, dass wir uns wieder darauf besinnen, unser Vertrauen auf eine natürliche Umwelt zu setzen. Das Recycling von vorgeklärtem Wasser und die ‚lebenden Maschinen' folgen dem Trend, die Erde zu schützen und ihre natürlichen Lebenssysteme zu erhalten.

Alex Walker von der internationalen Gesellschaft Living Technologies, die für eine Reihe von ‚lebenden Maschinen' in Großbritannien verantwortlich ist, sagte: "Obwohl wir etwas hinter unseren Nachbarn auf dem europäischen Festland und in den USA zurückliegen, steigt das Bewusstsein für grüne Fragen stetig; besonders im privaten Bereich."


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