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Pflanzen am Arbeitsplatz erhöhen Leistung In vielen Wohnungen, Büroräumen und Unternehmen haben Zimmerpflanzen ihren festen Platz. Der Mensch spürt intuitiv, dass der Kontakt zu Pflanzen und zur Natur eine beruhigende Wirkung auf ihn ausübt. Viele sind ebenfalls der Auffassung, dass Produktivität und Zufriedenheit bei Arbeitnehmern zunehmen, wenn der Arbeitsplatz mit Zimmerpflanzen versehen ist. Bisher gab es für diese Vermutung kaum wissenschaftliche Belege, doch inzwischen wird diese Annahme durch eine von der Washington State University durchgeführte Studie unterstützt. Seit der Urbanisierung verbringen wir immer mehr Zeit - über 90% - in Innenräumen, unter anderem im Büro und in der eigenen Wohnung. Das Innenraumklima ist daher von eminent wichtiger Bedeutung für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Hinzu kommt: Wenn unsere Arbeit technisch komplexer wird, nimmt auch die Anzahl der durch Stress verursachten Erkrankungen zu. Aufgrund dieser Tatsache ist es wichtig und sinnvoll, das Verhältnis zwischen Pflanzen und dem Wohlbefinden der Menschen zu erforschen. Bislang hat es wenige konkrete Untersuchungen gegeben, deren Ergebnisse die oben genannten Vermutungen - Pflanzen seien gut für ein gesundes Innenraumklima und steigerten das Wohlbefinden und die Arbeitsproduktivität - bekräftigen. In früheren Studien, die den Effekt von Pflanzen anhand des Blutdrucks von Arbeitnehmern gemessen haben, wurden den Versuchspersonen Videoaufnahmen von Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt. Das Resultat: Die unter Stress gesetzten Versuchs-personen, denen Pflanzen gezeigt wurden, bauten Stressgefühle schneller ab als jene, die Ausblick auf Beton und Mauern hatten. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse Eine 1995 von der Fakultät Gartenbau und Land-schaftsarchitektur der Washington State University unter der Leitung von Dr. Virginia Lohr durchgeführte Studie über die Wirkung von Zimmerpflanzen auf das Büroklima und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer hat nachgewiesen, dass Zimmerpflanzen in Büroräumen einerseits zur Stressverringerung und andererseits zur Produktivitätssteigerung beitragen. Bei dem Experi-ment wurden 96 Versuchspersonen - überwiegend junge Männer und Frauen - auf Blutdruck, Herz-frequenz und emotionales Befinden geprüft. Die Studenten, aber auch Mitarbeiter der Universität, hielten sich für den Versuch in einem Computerraum mit kahlen Wänden und ohne Tageslicht auf. Alle Versuchspersonen waren im Umgang mit Computern erfahren. 81 Prozent der untersuchten Personen antworteten, sie hätten Pflanzen gern; der Rest hatte keine Meinung oder mochte keine Pflanzen. 66 Prozent hatten zu Hause oder im Büro Pflanzen. Pflanzen und Arbeitsproduktivität Zur Arbeitsproduktivität trägt unter anderem ein Faktor maßgeblich bei: die Reaktionsgeschwindigkeit. Um diese bei den Versuchspersonen zu messen, wurde speziell für die Studie ein Computerprogramm entworfen, das bei den Versuchspersonen Stress hervorrufen und unterdessen die Produktivität messen sollte. Derartige Messungen der Reaktions-geschwindigkeit, bei denen die Versuchspersonen mehrere Auswahlmöglichkeiten haben, geben Auf-schluss über das mental-komplexe Funktionieren. Sie gelten aus diesem Grund als geeignetes Messinstru-ment zur Prüfung von Leistungen unter anstrengen-den bzw. ermüdenden Bedingungen. Das Programm zeigte auf dem Bildschirm ein Bild, selektiert aus einer Auswahl von drei Bildern. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, kurz nach Erkennen des Bildes diejenige Taste zu drücken, die mit dem Bild übereinstimmt. Die Versuchspersonen sollten die Computeraufgaben in zwei unterschiedlichen Situationen lösen: Mit und ohne Pflanzen. Die Gewächse wurden so in den Versuchsraum integriert, dass sie für jede Versuchs-person sichtbar waren, ohne sie von ihrer Tätigkeit abzulenken. Nach dem Experiment wurden die Messwerte der Versuchspersonen aus den beiden Situationen verglichen. Die Resultate waren eindeutig: Menschen aus dem begrünten Raum waren der Meinung, aufmerksamer zu sein, und sie hatten das Gefühl, konzentrierter arbeiten zu können. Dies im Gegensatz zu denen, die keine Pflanzen um sich hatten. Die Versuchspersonen, die den Test im bepflanzten Zimmer durchführten, hatten außerdem einen niedrigeren Blutdruck, was wiederum ein deutlicher Hinweis auf geringere Stressgefühle ist. 'Ja' zu Pflanzen Die An- bzw. Abwesenheit von Pflanzen hatte, so zeigte die Studie, keinen
Einfluss auf die Anzahl der gemachten Fehler der Versuchspersonen. Beide
Gruppen, im begrünten sowie im kahlen Zimmer, machten ungefähr
gleich viele Fehler. Dagegen war aber die Reaktionsgeschwindigkeit der
Teilnehmer, die sich im begrünten Raum aufgehalten hatten, um 12
Prozent höher. Aufgrund dieser Ergebnisse kamen die Forscher zu dem
Schluss, dass ein Arbeitsplatz mit Pflanzen zu einer höheren Produktivität
führt. |