Arbeiten im Grünen -
Ein Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft
Produktivität, Kosten-/Leistungsrechnungen und Erträge sind
im Wirtschaftsleben gängige Faktoren, mit denen der ökonomische
Nutzen von Arbeitsleistungen berechnet und materialisiert wird. Neben
diesen harten Zahlen werden seit ungefähr zehn Jahren in zunehmendem
Maße nicht direkt messbare Faktoren wie das Arbeitsumfeld und die
Arbeitszufriedenheit berücksichtigt. Einen wesentlichen Einfluss
haben dabei Pflanzen am Arbeitsplatz auf das Wohlbefinden der Arbeitnehmer.
Unternehmen, die in Grün - drinnen wie draußen - investieren,
erhöhen nicht nur ihre Rentabilität, sondern dokumentieren auch
eine gesellschaftliche Verantwortung: Die Mitarbeiter fühlen sich
wohler und sind gesünder, und auch die Stadt gewinnt als Wirtschaftsstandort
an Attraktivität.
Pflanzen motivieren
Die Analyse der Arbeitsbedingungen ist ein sehr komplexer Bereich. Bei
der Beurteilung einer Arbeit sind z.B. Faktoren wie die Vorbereitung,
der Ausbildungsstand, die technische Ausstattung sowie die Genauigkeit
der Arbeitsanweisungen von Bedeutung. Doch wie Untersuchungen gezeigt
haben, sind psychologische Faktoren nicht zu unterschätzen: Je wohler
sich Arbeitnehmer fühlen, desto bessere Arbeitsleistungen werden
erbracht, die Zahl der Krankmeldungen nimmt ab und die Produktivität
steigt. Forschungen von Ulrich Kaplan und Tove Fjeld zeigen, dass Grün
am und um den Arbeitsplatz zu einer Abnahme gesundheitlicher Beschwerden
bei den Arbeitnehmern führt. Aussicht ins Grüne vom Arbeitsplatz
aus hat direkte positive Auswirkungen auf die Arbeitsfreude, das Konzentrationsvermögen
und die Kreativität. Mitarbeiter, die ins Grüne blicken können,
sind seltener frustriert und fühlen sich geduldiger, optimistischer
und im Allgemeinen einfach besser. Betriebliche Kosten, die durch Arbeitsausfälle
und Krankheiten entstehen, verringern sich. Der ökonomische Nutzen
ist zwar auf den ersten Blick schwer zu beziffern, langfristig gesehen
zahlen sich aber zufriedene Mitarbeiter für die Firmen und die Sozialversicherungen
aus.
Grün gegen Büroluft und Müdigkeit
Grün am Arbeitsplatz hat aber auch direkte Auswirkungen auf den physiologischen
Zustand von Menschen. Studien haben ergeben, dass Pflanzen im Büro
Gesundheitsbeschwerden nachweislich mindern. Fakt ist, dass Pflanzen die
Luftfeuchtigkeit erhöhen und dadurch die Luftqualität verbessern,
was sich messbar auf die menschliche Gesundheit auswirkt. Die typischen
Bürosymptome wie Ermüdungserscheinungen und Kopfschmerzen nahmen
um 35% bzw. um 30% ab. Husten ging um 40% zurück und Schnupfenbeschwerden
verminderten sich um 33%. Auch Hautreizungen wie z.B. trockene Haut im
Gesicht nahmen um 25% ab. Außerdem wurde festgestellt, dass Menschen,
die an einem Arbeitsplatz mit Pflanzen arbeiten, einen niedrigeren Blutdruck
und eine um 12% schnellere Reaktionszeit haben als Kollegen, die auf Pflanzen
in ihrem Arbeitsumfeld verzichten müssen. Was auf den ersten Blick
wundert, hat für den Arbeitgeber handfeste Vorteile: Pflanzen am
Arbeitsplatz verursachen Ablenkung, so dass es zu Ruhepausen zwischen
den einzelnen Arbeitsphasen kommt. Kurze Pausen bedingen jedoch, dass
danach wieder konzentrierter gearbeitet werden kann. Kurze Gespräche
zwischen den Mitarbeitern verbessern das Betriebsklima und schaffen ein
gemeinsames Zugehörigkeitsgefühl zur Firma. Ein grün gestalteter
Außenbereich, der Arbeitnehmer in der Mittagspause zu einem kleinen
Spaziergang lockt, bringt gleich doppelten Nutzen: Das Naturerleben entspannt
und die Bewegung fördert als Kontrast zum Schreibtischjob die Gesundheit.
Arbeitnehmer fühlen sich also in einem grünen Arbeitsumfeld
nicht nur wohler, sondern sie sind einfach auch gesünder. Und ein
geringer Krankenstand ist vor allem in den Zeiten knapper Kassen ein wichtiger
wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Faktor.
Kooperation im Grünen Bereich ist gefragt
Immer mehr Firmen und Institutionen haben die geldwerten Vorteile von
Grün für ihre Wirtschaftlichkeit erkannt und legen Wert darauf,
sich in einer grünen Umgebung niederzulassen. Oft scheitern diese
Bemühungen jedoch an stadtplanerischen Umständen. Alle gesellschaftlichen
Partner sind in diesem Zusammenhang aufgefordert, im Rahmen eines interdisziplinären
Diskurses die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass grüne
Projekte zum Nutzen aller unter optimalen Bedingungen verwirklicht werden
können. Ein grünes Arbeitsumfeld ist eine Investition, die sich
sowohl einzelbetrieblich wie für die Gesellschaft auszahlt.
PfP
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