Die Zeitschrift ÖKO-Test berichtet in der Ausgabe 01/2001
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Bakterien und Pilze in Zimmerpflanzen
Geht von den Pflanzen mit Erde in meiner Wohnung eine bedenkliche Keimbelastung aus, fragt Renate König, 10117 Berlin

Professor Bernd Wurster, Diplom-Biochemiker und Geschäftsführer des Instituts Biotechnik-Umwelttechnik im Technologiezentrum Konstanz antwortet:

Die Luft, die wir atmen, enthält immer zahlreiche Bakterien und Pilze. So lassen sich in der Außenluft durchschnittlich 100 vermehrungsfähige Keime in einem Kubikmeter nachweisen. Die Keimzahl schwankt je nach Wetterlage und Jahreszeit. Auch in Innenräumen, die keine Baumängel aufweisen und regelmäßig gelüftet werden, finden sich die gleichen Keime wie in der Außenluft. Wir haben in einer Studie die Luftkeimzahlen in verschiedenen Räumen bestimmt, in Abhängigkeit von Zahl und Art der Pflanzen sowie den Menschen, die sich darin aufhielten. Das Ergebnis: Die ermittelten Bakterien- und Pilzzahlen geben in der Regel keinen Anlass zur Sorge. Eine bestimmte Keimbelastung ist Teil der natürlichen Umwelt, an die sich der menschliche Organismus angepasst hat. Den Test haben wir in einem Versuchsraum, drei verschieden großen Büros und drei Wohnungen mit unterschiedlich vielen Pflanzen gemacht - darunter Drachenbäume, Birkenfeigen, Gummibäume, Avocadopflanzen, Yucca-Palmen und Grünlilien in Erde, Pflanzgranulat und Vulkangestein. In allen sieben Räumen bewegten sich Menschen, unterhielten sich und telefonierten. Abgesehen von einem Büro mit sehr niedrigen Pilzzahlen waren die Pilzgehalte in den fünf anderen Zimmern etwa genauso hoch wie in dem Versuchsraum ohne Pflanzen. Deshalb kann man sagen, dass die Pilzgehalte bei Zimmerpflanzen weitgehend unabhängig sind von der Zahl der Gewächse und den Substraten.
Bei den Bakterien war das Ergebnis anders. In einer Wohnung ohne Zimmerpflanzen fanden wir die höchsten Bakteriengehalte. Die Zahl der Menschen in einem Raum erhöht den Bakteriengehalt nämlich immens. (nic)



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