| Der Einfluss der Innenraumbepflanzung auf den Gesundheitszustand
von Büroangestellten
Prof. Tøve Fjeld, Department of Horticulture and Crop Sciences, Agriculture University of Norway Pflanzen dienen nicht nur der Luftaufbereitung, sie sind auch Teil des ursprünglichen Ökosystems, aus dem der Mensch stammt. In der menschlichen Biologie, Physiologie und Erbmasse haben sich in den ver-gangenen 10.000 Jahren lediglich kleine Veränderun-gen ergeben, während die Veränderungen in der Lebenswelt des Menschen fundamental sind. Betrachtet man nur die vergangenen 50 bis 70 Jahre, so stellt man fest, dass in der westlichen Welt eine weitestgehende Urbanisierung stattgefunden hat. Gegenwärtig leben Millionen Menschen mit wenig oder überhaupt keinem Kontakt zur Natur - ohne Wälder oder offenes Land, Seen, Parks oder Gärten. Außerdem hat unser heutiger Lebensstil - zumindest in Skandinavien - zur Folge, dass 80 bis 90% der Zeit in Innenräumen verbracht wird. Das Fachgebiet, das sich mit dem Einfluß der Umge-bung auf die menschliche Psyche befasst, heißt Umweltpsychologie. Umweltpsychologische Studien haben deutliche Zusammenhänge zwischen Wohl-befinden, psychischer Stabilität, Stressniveau, anderen wichtigen Aspekten des menschlichen Lebens und Umweltfaktoren aufgezeigt. Alle diese Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Natur - wie Pflanzen, Gewässer und Wälder - einen wichtigen Beitrag zur Stressverminderung leisten kann. Eine städtische Umgebung dagegen erzeugt psychischen Stress. Hypothese Kurze Beschreibung der Studie 62 Personen beteiligten sich an der Untersuchung. Die Büros wurden im Hinblick auf die Größe (10 m²) und den Fensterbereich standardisiert. Mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens sammelten wir Daten darüber, wie die Probanden das Raumklima bewerteten und wie sich dieses ihrer Meinung nach auf zwölf unterschiedliche Krankheitssymptome auswirkte. Diese Symptome sind laut früheren Raumklimastudien Indikatoren für Probleme im Raumklimabereich. In einer Kontrollperiode von vier Monaten im Herbst 1994 wurden alle zwei Wochen Hintergrundinfor-mationen erfragt, um ein "Kontroll-Niveau" der Symptome der Teilnehmer zu erhalten. Eine Standard-Bepflanzung wurde in 29 Büros angelegt ("Pflanzen-Gruppe"), während die anderen 32 Büros die Kontrollgruppe darstellten. Die Bepflanzung erfolgte Anfang Februar 1995. Die Probanden füllten den Standard-Fragebogen jede zweite Woche während der Monate Februar, März und April aus. Vorläufige Ergebnisse 1. Büroangestellte, in deren Büro Pflanzen standen, hatten weniger subjektive Gesundheitsbeschwerden im Zusammenhang mit dem Raumklima als die Probanden, in deren Büro sich keine Pflanzen befanden. 2. Bei den Symptomen, die in der "Pflanzen-Gruppe" am stärksten rückläufig waren, handelte es sich um Kopfschmerzen und Hautreizungen im Gesicht, auf der Kopfhaut, den Ohren und Händen. Diesen Ergebnissen können verschiedene Faktoren zugrunde liegen. Momentan sind wir jedoch noch nicht in der Lage festzustellen, welche Faktoren die wichtigsten sind. Höchstwahrscheinlich ist eine Interaktion zwischen psychosozialen Faktoren ("ich erhalte Aufmerksamkeit"), umweltpsychologischen Faktoren (Integration eines natürlichen Elements in einen Innenraum) und physikalischen Faktoren (Luftreinigung, Anstieg der Luftfeuchtigkeit usw.) die Ursache. Ausblick Seite drucken Fenster schliessen |