Kommunikation zwischen Mensch und Pflanze:
Fakt oder Scharlatanerie ?

Biokommunikation ist der Austausch von Informationen zwischen Mensch, Tier und Pflanze über Artgrenzen hinweg. Gemeint ist damit eine Verständigung, die häufig jenseits von Sprache und ‚sichtbaren' Signalen abläuft und ohne die beispielsweise die Selbstorgani-sation des menschlichen Körpers nicht zu erklären ist.

Prof. Dr. Manfred Hoffmann von der FH Weihenstephan /Triesdorf misst der Biokommunikation eine hohe Bedeutung bei: "Wenn es nicht die Biokommunikation in unserer Entwicklung gegeben hätte, dann hätten wir wahrscheinlich überhaupt nicht auf diesem Planeten leben können. Denn ohne Kommunikation zwischen den Zellen untereinander ist unser Leben gewissermaßen heute nicht möglich".

Biokommunikation lässt sich anhand zahlreicher Versuche und Beispiele aus der Natur nachweisen. Wenn beispielsweise eine Pflanze von einem Tier angefressen wird, so kann sie die Zusammensetzung ihrer Blätter verändern, um für die Tiere nicht mehr genießbar zu sein.

In der Natur gibt es immer wieder beeindruckende Phänomene: Hühnereigroße Knoblauchzehen, ein 70 Kilo schwerer Kürbis oder eine sieben Meter hohe Bohnenstaude. Sind das Zufallsprodukte oder lassen sich diese rekordverdächtigen Ernteerträge mit dem sogenannten "Grünen Daumen" erklären, der das besondere Talent mancher Menschen im Umgang mit Pflanzen bezeichnet ? Um dem Wesen des "Grünen Daumens" auf die Spur zu kommen, hat die FH Weihenstephan bei einem Experiment die Erkennt-nisse der Biokommunikation genutzt. In Zusammen-arbeit mit dem Westdeutschen und dem Bayerischen Rundfunk begann im Sommer 1990 ein wissen-schaftlicher Großversuch mit dem Titel "Kommunikation zwischen Mensch und Pflanze - Fakt oder Scharlatanerie ?".
Nach dem Zufallsprinzip wurden pro Sender 100 Zuschauer/Hörer ausgewählt, die vier oder sechs Tomatenpflanzen gleichen Alters und gleicher Sorte im Topf erhielten. Die Versuchsteilnehmer sollten jeweils die Hälfte der Pflanzen in einem Abstand von mindes-tens einem Meter an vergleichbaren Standorten aufstellen (Versuchs- und Kontrollgruppe). Beide Pflanzengruppen wurden auf gleiche Weise gepflegt, die Versuchsgruppe erhielt aber während der gesamten Vegetationsperiode zudem individuelle mentale Zuwendung.

Der Versuch zeigte, dass Pflanzen, die Zuwendung bekamen, eher einen Blütenansatz entwickelten, was die Tomaten auch früher reifen ließ. Jede dieser Pflanzen lieferte rund ein Pfund mehr Ertrag. Das bestätigt die Annahme, dass sich durch mentale Zuwendung im Sinne der Biokommunikation die Entwicklung von Pflanzen verbessern und ihr Ertrag erhöhen läßt.

Auch bei der Begrünung von Büroräumen spielen Erkenntnisse der Biokommunikation eine wichtige Rolle. Prof. Hoffmann weist darauf hin, dass bei der Auswahl geeigneter Pflanzen der Geschmack der jeweiligen Mitarbeiter berücksichtigt werden sollte. Nur zu Pflanzen, die sie als angenehm empfinden, können Menschen eine positive Beziehung aufbauen.
Um die Menschen für den Umgang mit Pflanzen zu motivieren, müssen sie erfahren, welche Bedeutung gerade diese Pflanze für ihre Umwelt und das Klima hat. Die Pflanzenpflege sollte nicht der Putzkolonne überlassen werden, die routinemäßig in jeden Blumentopf einen Schuß Wasser gießt. Statt dessen sollten die grünen Zimmergenossen vom Arbeitsteam selbst betreut werden. So wird menschlich-pflanzlicher Kontakt aufgebaut.


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