Der Einfluss von Pflanzen auf die
Gesundheit von Büroangestellten


Dr. Leiv Sandvik, Spezialist für medizinische Statistik, Universität Oslo/Norwegen.

Hintergrund: In den 80er-Jahren gab es Veröffentlichungen, die darauf hinwiesen, dass Zimmerpflanzen die Fähigkeit haben, chemische Substanzen in der Raumluft zu reduzieren. Pflanzen repräsentieren einen Teil des ursprünglichen Öko-systems, in dem sich der Mensch entwickelt hat. In den letzten 10.000 Jahren haben in der Biologie, der Physiologie und in der Genetik des Menschen nur wenig Veränderungen stattgefunden, im Gegensatz zu der ihn umgebenden Umwelt, die gewaltige Veränderungen erfahren hat. Die moderne Art zu leben - zumindest was die skandinavischen Länder betrifft - bedeutet, dass wir 80-90 % unserer Lebenszeit in Innenräumen verbringen. Umweltpsychologische Studien haben gezeigt, dass die lebendige Natur dazu beiträgt, Stressphänomene zu reduzieren, während städtische Umgebungen auf der anderen Seite mentalen Stress hervorrufen.

Hypothese: Die Hypothese für diese Studie lautet: Pflanzen in unseren Innenräumen beeinflussen die Art und Weise, wie Menschen ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit bewerten.

Methoden: Einzelheiten über gesundheitliche Beschwerden wurden anhand eines Fragebogens erhoben. Dieser Fragebogen enthielt 12 unterschied-liche gesundheitliche Beeinträchtigungen, die zu schlechtem Innenraumklima in Beziehung gesetzt werden konnten. 59 Personen, die in standardisierten (10 m²) Büros arbeiteten, füllten die Fragebögen in jeder zweiten Woche in folgenden Zeiträumen aus: Herbst 1994, Frühjahr 1995, Herbst 1995 und Frühjahr 1996. Nach einer Kontrollperiode im Dezember 1994 und Januar 1995, wurde ein Standardset mit Pflanzen in 29 Büros (Gruppe A) gepflanzt, während die anderen 30 Büros (Gruppe B) keine Pflanzen hatten. Nach einem weiteren Jahr (Februar 1996) wurde der Versuch umgekehrt, d.h. die Pflanzen aus den Büros der Gruppe A wurden in die Büros der Gruppe B gestellt (Cross-over). Im Mai 1996 wurde diese Erhebung abgeschlossen. Im Juni wurde ein anderer Fragebogen ausgeteilt. Damit wurde ermittelt, wie die Teilnehmer der Untersuchung die Pflanzen in ihren Büros empfinden.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass die Innen-raumbepflanzung einen Effekt auf die subjektive Erfahrung des Gesundheitszustands haben kann. Die Cross-over Studie ergab einen signifikanten Rückgang der Nennung gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Insgesamt konnte durch Pflanzen im Büro ein Rück-gang von 25 % der genannten Symptome verzeichnet werden. Teilte man die Symptome in drei Haupt-Symptom-Gruppen (1. Symptome des allgemeinen Wohlbefindens; 2. Symptome der Schleimhäute; 3. Symptome der Haut) ergab sich, dass sowohl die Symptome des allgemeinen Wohlbefindens als auch Symptome der Schleimhäute signifikant zurück gingen, während innerhalb der Gruppe Symptome der Haut keine Veränderungen festgestellt werden konnten.

Aus den Antworten der Teilnehmer geht ebenfalls hervor, dass Büropflanzen als positives Element für das Wohlbefinden erfahren werden. 82 % der Befragten stimmten der Aussage zu: "Ich fühle mich besser, wenn ich in meinem Büro Pflanzen habe." 82 % der Befragten stimmten der Aussage zu: "Ich möchte in Zukunft in meinem Büro Pflanzen haben."


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