'Grüne Solararchitektur' - mehr Lebensqualität in Gebäuden

Prof. Dieter Schempp, Architekt - Architekturbüro LOG ID, Tübingen

Als wirksames Medium gegen die Übertechnisierung und die Entfrem-dung von der Natur hat das Binde-glied 'Pflanze' in der Architektur stark an Bedeutung gewonnen. Menschen reagieren positiv auf Innenraum-begrünung. Außerdem übernehmen Pflanzen wichtige Wohlfühl-Funktionen wie Klimatisierung, Staub- und Schadstoffbindung und Reduzierung des Schallpegels. Gleichzeitig fördern sie den Abbau von Stress.

Gerade in den Steinwüsten der Städte suchen die Menschen die Nähe zu Pflanzen, denn sie haben eine enge Beziehung zu ihnen. Durch die Kultivierung von Pflanzen hat sich das Leben der Menschen in der Früh-zeit revolutionär verändert. Allerdings ist durch die Industrialisierung das vitale Gespür für das Zusam-menspiel von Mensch und Pflanze verloren gegangen.

Innenraumbepflanzung beeinflusst auch die sinnliche Wahrnehmung der Menschen, die in dem betreffenden Gebäude leben und arbeiten. Dabei kommt insbe-sondere den Gerüchen eine hohe Bedeutung zu. Da jeder Mensch jedoch anders auf Gerüche reagiert, sollte stark riechendes Grün nur in geringem Maße gepflanzt werden.

Da Sonne die einzige unproblematische Energiequelle ist und als Grundlage für unser Leben unverzichtbar ist, sollte aus einer Wechselwirkung zwischen Sonne und Pflanzen eine neue Architekturform entwickelt werden. Bei der Planung eines Gebäudes nach den Richtlinien der Solararchitektur muss berücksichtigt werden, welche Klimazonen es hat, welches Licht zur Verfügung steht und wie das Grundstück beschaffen ist. Um das bestmöglich umzusetzen, muss inter-disziplinär zusammen gearbeitet werden. An einem Projekt sind beispielsweise ein Fachmann für Heiz- und Lüftungssanitär, ein Bepflanzungsspezialist und ein Elektroplaner beteiligt.

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